Eine Stupsnase ist ein ästhetischer Nasentyp, bei dem die Nasenspitze nach oben ausgerichtet ist. Sie kann durch die genetische Veranlagung oder infolge chirurgischer Eingriffe entstehen. Besonders weil sie dem Gesichtsprofil einen jungen und dynamischen Ausdruck verleiht, wird sie in ästhetischen Anwendungen häufig bevorzugt.
Die anatomischen Merkmale einer Stupsnase werden dadurch definiert, dass die Nasenspitze in einem Winkel von 100–105 Grad nach oben rotiert ist. Ist dieser Winkel zu groß, können die Nasenlöcher stärker sichtbar werden. Für ein ausgewogenes Erscheinungsbild ist es wichtig, den Winkel entsprechend der Gesichtsstruktur zu planen.
Die Stupsnase-Ästhetik wird durch die Anpassung der Projektion der Nasenspitze und deren Harmonisierung mit dem Nasenrücken durchgeführt. Bei einem chirurgischen Eingriff werden die Nasenspitzenknorpel neu geformt; bei einer übermäßigen Anhebung kann eine Absenkung vorgenommen werden. Ziel sind natürliche Ergebnisse.
Während eine Stupsnase hinsichtlich ästhetischer Wahrnehmung und Gesichtsproportionen Vorteile bieten kann, kann eine zu ausgeprägte Anhebung ein künstliches Erscheinungsbild erzeugen. Daher sind eine detaillierte Beurteilung vor der Operation und eine Planung im Einklang mit den Gesichtszügen von großer Bedeutung.
| Wissenswertes | Information |
| Definition | Eine Stupsnase ist ein Nasentyp, bei dem die Nasenspitze nach oben gedreht ist und die Nasenlöcher von vorne betrachtet deutlich sichtbar sein können. |
| Anatomische Merkmale | Der Winkel der Nasenspitze (Nasolabialwinkel) liegt in der Regel zwischen 105–115 Grad. Häufig sind eine kurze Nase sowie ein gerader oder leicht konkaver Nasenrücken. |
| Genetische und ethnische Faktoren | Bei manchen Personen tritt eine Stupsnase natürlich aufgrund der genetischen Veranlagung auf. In einigen ethnischen Gruppen ist sie häufiger, entscheidend sind jedoch individuelle Variationen. |
| Ästhetische Bewertung | Von einigen Menschen wird sie mit einem jungen und attraktiven Erscheinungsbild assoziiert. Eine übermäßige Anhebung kann jedoch unnatürlich wirken und eine ästhetische Korrektur erforderlich machen. |
| Häufige ästhetische Eingriffe | Durch eine Rhinoplastik kann der Winkel der Nasenspitze neu eingestellt werden. Bei übermäßiger Anhebung wird die Spitze nach unten revidiert; bei unzureichender Anhebung wird sie angehoben. |
| Funktioneller Zustand | In der Regel beeinträchtigt sie die Atmung nicht direkt. Bei einer übermäßigen Anhebung kann jedoch die starke Sichtbarkeit der Nasenlöcher bei manchen Patientinnen und Patienten als störend empfunden werden. |
| Rhinoplastik-Prozess | Bei der Stupsnase-Ästhetik werden häufig Knorpeltransplantate verwendet, um die Nasenspitze zu stützen und den Winkel neu aufzubauen. Die Operation kann offen oder geschlossen durchgeführt werden. |
| Heilungsverlauf | Nach einem ästhetischen Eingriff können Schwellungen und Blutergüsse einige Wochen anhalten. Bis sich die Form der Nasenspitze setzt und dauerhaft wird, vergehen in der Regel 6–12 Monate. |
| Psychologische Auswirkungen | Eine im Verhältnis zum Gesicht unproportionale Anhebung kann zu ästhetischen Sorgen führen. Nach ästhetischer Chirurgie ist die psychologische Zufriedenheit in der Regel hoch. |
| Alternative Maßnahmen | Mit nicht-chirurgischen Filler-Anwendungen kann der Nasenrücken ausgeglichen und die Nasenspitze vorübergehend geformt werden. Diese Methode ist jedoch temporär und ermöglicht nur begrenzte Korrekturen. |
Was ist eine Stupsnase-Ästhetik und wie wird ein natürliches Aussehen erreicht?
Dieses Konzept, das in der medizinischen Literatur als „nasale Tip-Rotation“ bezeichnet wird, kann ich am einfachsten so erklären: Es ist der Winkel, in dem Ihre Nasenspitze im Verhältnis zur Oberlippe steht. Ist dieser Winkel klein, wirkt die Nase hängend und kann Sie älter oder müder erscheinen lassen, als Sie sind. Ist der Winkel zu groß, entsteht hingegen das unerwünschte künstliche Erscheinungsbild.
Das Geheimnis einer natürlich wirkenden Stupsnase liegt darin, die Nase nicht als einzelnes Organ, sondern als Teil des Gesichts zu betrachten. Jedes Gesicht hat ein Maß an „Anhebung“, das es tragen kann. Faktoren, die dieses Maß bestimmen, sind:
- Stirnstruktur
- Position der Kinnspitze
- Ausprägung der Jochbeine
- Länge der Oberlippe
- Hautdicke
Wir Chirurginnen und Chirurgen führen vor der Operation millimetergenaue Berechnungen durch. Unser Ziel ist nicht, die Nase „in die Luft zu stellen“, sondern die Nasenspitze mithilfe knorpeliger Stützstrukturen in die ideale Position zu bringen. Natürlichkeit bedeutet, dass die Nase nicht „schreit“, dass sie operiert wurde. Wenn Menschen Ihr Gesicht ansehen und sagen: „Irgendetwas hat sich verändert, aber ich kann nicht sagen, was – du siehst viel schöner aus“, dann haben wir die richtige Rotation erreicht.
Warum ist der ideale Stupsnase-Winkel bei Frauen und Männern unterschiedlich?
In der ästhetischen Chirurgie ist das Geschlecht einer der wichtigsten Faktoren, die unsere Planung verändern. Männliche und weibliche Anatomie sowie ästhetische Zielbilder unterscheiden sich grundlegend. Ein Nasenwinkel, der einer Frau gut steht, kann bei einem Mann ein sehr feminines und unerwünschtes Erscheinungsbild erzeugen.
Bei Frauen zielen wir in der Regel auf elegantere, weichere und femininere Linien ab. Daher unterstützt eine leicht nach oben blickende Nasenspitze bei weiblichen Patientinnen den lebendigen und jugendlichen Gesichtsausdruck. Mathematisch gesprochen streben wir bei Frauen einen Winkel zwischen Oberlippe und Nasenspitze von 95 bis 105 Grad an. Dieser Bereich ist die sichere Zone, in der die „süße“ Krümmung entsteht, ohne die Nasenlöcher übermäßig zu zeigen.
Bei Männern ist die Situation deutlich sensibler. Die männliche Nase steht für Stärke und Charakter. Eine zu stark angehobene Nasenspitze kann den maskulinen Ausdruck schwächen. Deshalb sind wir bei männlichen Patienten deutlich „zurückhaltender“. Der Nasenrücken sollte gerader verlaufen, und die Nasenspitze sollte zur Lippe einen nahezu 90-Grad-Winkel bilden. Ab etwa 95 Grad beginnt bei einem männlichen Gesicht die Natürlichkeit zu verlieren.
Die grundlegenden Unterschiede in der Nasenplanung bei Männern und Frauen sind:
- Grad der Rotation
- Krümmung des Nasenrückens
- Breite der Nasenspitze
- Faktor Hautdicke
- Übergangswinkel Stirn–Nase
Wie beeinflusst das Anheben der Nasenspitze den Lippenabstand und das Lächel-Design?
Das ist ein Detail, das viele Patientinnen und Patienten vor der Operation nicht bewusst wahrnehmen, das wir jedoch sehr ernst nehmen. Nase und Oberlippe sind nicht nur benachbart, sondern mechanisch miteinander verbunden. Wenn wir die Nasenspitze nach oben bewegen, ist es unvermeidlich, dass diese Bewegung einen Zug-Effekt (vektorielle Wirkung) auf die Lippe ausübt.
Vor allem bei Patientinnen und Patienten mit hängender Nasenspitze sehen wir, dass beim Lächeln die Nasenspitze noch weiter nach unten geht und die Oberlippe kürzer wirkt. Wenn wir die Nasenspitze in ihre ideale Position bringen – also „anheben“ –, wird die Oberlippe freier und entspannt sich etwas. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Wird die Rotation zu stark, kann die Oberlippe nach oben gezogen werden und es kann ein „Gummy Smile“ (übermäßige Sichtbarkeit des Zahnfleischs) entstehen oder bereits vorhandene Tendenzen können sich verstärken.
Umgekehrt kann bei einer Patientin bzw. einem Patienten mit ohnehin sehr langem Oberlippenabstand eine übermäßige Anhebung der Nase diesen Abstand noch länger erscheinen lassen und das Gesichtsverhältnis stören. Deshalb betrachten wir bei der Planung einer Stupsnase nicht nur die Nase, sondern auch die Lippenstruktur.
Anatomische Elemente, die die Wechselwirkung in diesem Bereich bestimmen, sind:
- Musculus depressor septi nasi
- Länge der Columella
- Frenulum der Oberlippe
- Knochenstruktur des Oberkiefers
- Kraft der Lippenmuskulatur
Wie wird bei Pinocchio- oder hängenden Nasen eine Stupsnase erreicht?
Nicht jede Nasenform reagiert gleich auf ein „Anheben“. Es gibt Nasen, die wir als „Pinocchio-Nase“ bezeichnen: Die Nasenspitze ragt zu stark nach vorne aus dem Gesicht heraus (übermäßige Projektion). Andere Nasen sind das Gegenteil und wirken, als wären sie in das Gesicht „eingesunken“ (unzureichende Projektion). In beiden Fällen ist unser Vorgehen völlig unterschiedlich.
Bei einer Pinocchio-Nase sind die Nasenspitzenknorpel meist sehr groß und lang. Versucht man, eine solche Nase ohne Verkleinerung der Knorpel einfach nach oben zu drehen, entsteht ein sehr merkwürdiges, zugleich langes und stark angehobenes, unausgewogenes Erscheinungsbild. In solchen Fällen führen wir zunächst eine sogenannte „De-Projektion“ durch: Wir bringen die Nase etwas zurück, näher an das Gesicht. Wir raspeln oder verkürzen die spitzen, langen Knorpel der Nasenspitze. Erst nachdem die Nase so kontrolliert wurde, geben wir Rotation und führen das Anheben durch.
Bei niedrigen und flachen Nasen verfolgen wir die entgegengesetzte Strategie. Die Nase liegt ohnehin hinter der Gesichtsebene. Würden wir sie direkt anheben, würde die Nase noch kürzer wirken und am Gesicht „kleben“. In diesem Fall müssen wir zunächst die Nasenspitze mit Stützknorpeln nach vorne verlängern (Projektion erhöhen) und dann anheben.
Die grundlegenden Manöver, die wir zur Korrektur dieser strukturellen Probleme anwenden, sind:
- Resektion des lateralen Crus
- Kuppennähte
- Überlappung von Knorpel
- Septale Extensions-Transplantate
- Columella-Stütztransplantat
Ist die offene oder die geschlossene Technik für eine Stupsnase besser geeignet?
Die nie endende Diskussion in der Rhinoplastik: offen oder geschlossen? Als Chirurg würde ich sagen: Die Technik muss dem Ziel dienen. Wenn es um die Ästhetik einer Stupsnase geht – insbesondere wenn wir eine deutliche Veränderung und vor allem Dauerhaftigkeit anstreben –, fällt die Waage meist zugunsten der offenen Technik aus.
Die geschlossene Technik kann attraktiv sein, weil sie narbenfrei ist und in der frühen Phase oft etwas weniger Schwellung verursacht. Bei leicht höckerigen Nasen und Patientinnen bzw. Patienten mit bereits recht guter Nasenspitze liefert sie hervorragende Ergebnisse. Wenn wir jedoch die Nasenspitze in relevantem Maße anheben (Rotation), den Winkel verändern und vor allem die „Konstruktion“ schaffen müssen, die diese neue Position über Jahre hält, kann das eingeschränkte Sichtfeld der geschlossenen Technik uns manchmal begrenzen.
Eine Stupsnase zu gestalten bedeutet, die tragenden Säulen der Nase neu aufzubauen. Bei der offenen Technik heben wir die Haut an der Nasenspitze an und sehen die Knorpelstruktur mit bloßem Auge klar, wie in einem anatomischen Atlas. Wir erkennen genau, welcher Knorpel schwach ist, welcher asymmetrisch ist und welcher verstärkt werden muss. Dieses breite Sichtfeld verschafft uns große Vorteile, um Knorpel mit millimetergenauen Nähten neu zu formen und Stütztransplantate (Knorpel-Grafts) maximal stabil zu fixieren.
Faktoren, die die Vorteile der offenen Technik in diesem Zusammenhang ermöglichen, sind:
- Direktes Sichtfeld
- Volle Kontrolle über die Knorpel
- Klare Erkennung von Asymmetrien
- Einfache Fixierung der Grafts
- Blutungskontrolle
Wie wird eine Stupsnase mithilfe von Knorpel-Grafts dauerhaft?
Genau hier liegt der technisch anspruchsvollste, aber zugleich wichtigste Teil. Die größte Sorge vieler Patientinnen und Patienten ist die Frage: „Fällt meine Nase mit der Zeit wieder ab?“ Diese Sorge ist nicht unbegründet, denn die Schwerkraft ist real – und die Nasenspitze gehört zu den Bereichen, die ihr am stärksten ausgesetzt sind.
Wenn eine Chirurgin bzw. ein Chirurg die Nasenspitze nur mit Nähten „hochhängt“, wird diese Nase früher oder später absinken. Nähte halten das Gewebe eine Zeit lang, dann lässt das Gewebe nach, und die Schwerkraft gewinnt. Um das Ergebnis einer „dauerhaft angehobenen Nasenspitze“ zu erreichen, müssen wir im Inneren der Nase ein unsichtbares Stützgerüst aufbauen.
Dafür verwenden wir Knorpel aus dem eigenen Körper der Patientin bzw. des Patienten. Häufig nutzen wir die Knorpelstücke, die wir beim Begradigen der Nasenscheidewand (Septum) entnehmen, und setzen sie als „Stützsäule“ in die Nasenspitze ein. Wie der Mittelpfosten eines Zeltes platzieren wir Knorpelstücke (Strut-Grafts), die die Nasenspitze von unten stützen und ein Absinken verhindern. Wenn die Nasenspitze sehr schwach ist, nutzen wir manchmal eine noch stärkere Methode, das sogenannte „Septale Extensions-Transplantat“, bei dem wir die Nasenspitze am Nasenfundament stabil verankern. So sitzt die Nasenspitze auf einem felsenfesten Fundament.
Knorpelquellen, die wir dabei verwenden, sind:
- Septumknorpel
- Ohrknorpel
- Rippenknorpel
- Leichenknorpel
Wie werden eine übermäßig angehobene Nase und der „Schweinchennase“-Eindruck verhindert?
Einer der wichtigsten Momente auf dem Operationstisch ist für eine Chirurgin bzw. einen Chirurgen der Zeitpunkt, an dem die Rotation eingestellt wird. Denn die Linie zwischen Ästhetik und Künstlichkeit ist sehr dünn. Der Eindruck einer „Schweinchennase“ entsteht, wenn die Innenseite der Nasenlöcher für eine Person, die von vorne schaut, deutlich sichtbar ist. Das wirkt unästhetisch und kann die Patientin bzw. den Patienten im sozialen Leben stark belasten.
Der Schlüssel zur Vermeidung liegt darin, nicht übermäßig ehrgeizig zu sein. Während der Operation gestalten wir die Nase in der Regel um einen kleinen Betrag (etwa 3–5 Grad) stärker angehoben als geplant. Warum? Weil die Nasenspitze im Heilungsverlauf, wenn die Schwellungen zurückgehen und die Haut sich setzt, minimal „absinkt“, also sich ein wenig nach unten bewegt. Wenn wir diesen „Puffer“ während der Operation nicht einkalkulieren, kann die Nase nach der Heilung niedriger bleiben als gewünscht. Übertreiben wir diesen Puffer jedoch, muss die Patientin bzw. der Patient dauerhaft mit einer übermäßig angehobenen Nase leben.
Um diese Balance zu halten, führen wir kontinuierlich Messungen durch. Aus der Profilansicht werden die Sichtbarkeit der Nasenlöcher und der Nasolabialwinkel ständig kontrolliert. Auch die Position der Nasenflügel ist wichtig. Manchmal ist die Nasenspitze ideal, aber die Nasenflügel stehen zu hoch (Alar-Retraktion), was die Illusion einer zu stark angehobenen Nase erzeugt. In diesem Fall muss auch an den Flügeln gearbeitet werden.
Kriterien, auf die wir achten, um übermäßige Rotation zu vermeiden, sind:
- Messung des Nasenspitzenwinkels
- Sichtbarkeit der Nasenlöcher
- Länge der Oberlippe
- Columella-Winkel
- Fülle des Infratip-Lobulus
Wann setzt sich die Form einer Stupsnase im Heilungsverlauf?
Der Zeitraum nach der Operation ist eine Reise, die Geduld erfordert. Viele Patientinnen und Patienten glauben, sie würden die endgültige Form am Tag der Gipsabnahme (in der ersten Woche) sehen. Tatsächlich sehen sie jedoch eine geschwollene, ödematöse und noch nicht vollständig geformte Nase.
Die Nasenspitze ist einer der Bereiche im Gesicht, in denen die lymphatische Zirkulation am schwächsten ist, während die Haut dort zugleich am dicksten ist. Das bedeutet: Alle Schwellungen im Gesicht gehen zurück, die Augenregion erholt sich, die Wangen gehen herunter – aber die Nasenspitze bleibt hartnäckig geschwollen. Aufgrund der Schwerkraft „fließt“ das Ödem im Gesicht von oben nach unten und verlässt die Nasenspitze zuletzt.
Im ersten Monat erkennen Sie grob die Form. Damit jedoch die „angehobenen“ und eleganten Details der Nasenspitze sichtbar werden – also die Haut über den Knorpeln dünner wird und die darunterliegende Form durchscheint – braucht es mindestens 6 Monate. Bei Patientinnen und Patienten mit dicker Haut kann dieser Zeitraum 1 Jahr oder sogar 1,5 Jahre betragen. In dieser Phase kann die Nasenspitze manchmal stärker angehoben, manchmal eher geschwollen wirken. Sie können sogar bemerken, dass Sie morgens geschwollen aufwachen und es zum Abend hin zurückgeht. Diese Schwankungen sind völlig normal.
Kritische Phasen im Heilungszeitplan der Nase sind:
- Erste Woche
- Erster Monat
- Dritter Monat
- Sechster Monat
- Erstes Jahr
Erschwert eine Stupsnase-Operation das Atmen?
Auf diesem Weg, der aus ästhetischen Gründen begonnen wird, darf man nie vergessen: Die Nase ist vor allem ein Atmungsorgan. Eine Nase, durch die man nicht gut atmen kann, ist selbst dann eine Quelle der Unzufriedenheit, wenn sie äußerlich „perfekt“ aussieht.
Bei der Stupsnase-Ästhetik gibt es ein funktionelles Risiko: Wird die Nasenspitze übermäßig stark nach oben gedreht (übermäßige Rotation), kann der sogenannte „nasale Valve“-Bereich – die engste Stelle, durch die die Luft strömt – im Inneren der Nasenflügel eingeengt werden. Wenn dieser Winkel gestört ist, kann die Patientin bzw. der Patient beim tiefen Einatmen durch die Nase spüren, wie die Flügel nach innen kollabieren und sich der Luftweg schließt.
Da wir dieses Risiko kennen, ergreifen wir beim Anheben der Nasenspitze gleichzeitig Maßnahmen zum Schutz der Atemwege. Wir verwenden Knorpel nicht nur zur ästhetischen Formgebung, sondern auch, um den Luftweg offen zu halten. Knorpelstützen wie „Spreader-Grafts“ oder „Alar-Batten-Grafts“ stützen die Nasenflügel von innen und verhindern ein Kollabieren. Mit anderen Worten: Bei korrekt durchgeführter, professioneller Chirurgie verschlechtert eine Stupsnase das Atmen nicht – sie kann im Gegenteil sogar Atemprobleme lösen, die durch eine hängende Nasenspitze verursacht werden. Eine abgesunkene Nasenspitze kann den Luftweg wie ein Vorhang blockieren; wir „heben diesen Vorhang“ an und ermöglichen der Patientin bzw. dem Patienten ein freieres Atmen.
Methoden, die wir zur Funktionssicherung anwenden, sind:
- Erhalt des Valve-Winkels
- Einsetzen von Stütz-Grafts
- Eingriffe an der unteren Nasenmuschel
- Korrektur einer Septumdeviation
- Schleimhautschonende Techniken
Welche Bedeutung hat die Nasenspitzenmassage nach einer Rhinoplastik?
Bei den Kontrollen nach der Operation empfehle ich meinen Patientinnen und Patienten häufig Massagen, jedoch ist das kein standardisiertes Vorgehen für jede Person. Eine Nasenspitzenmassage kann insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit dicker Haut und bei hartnäckigen Ödemen hilfreich sein, um die lymphatische Zirkulation zu beschleunigen.
Ein weiteres Ziel der Massage ist, dass sich die Haut gleichmäßiger auf das darunterliegende Knorpelgerüst legt. Dabei gibt es jedoch einen sehr sensiblen Punkt: Die Massage muss sanft und genau so durchgeführt werden, wie es die Chirurgin bzw. der Chirurg erklärt. Ein harter, unbewusster Druck auf frisch geformte, noch heilende Knorpel kann die Rotation stören oder Asymmetrien verursachen.
Auch die Richtung der Massage ist bei einer Stupsnase wichtig. In der Regel bevorzugen wir keine Bewegung von unten nach oben, sondern sanfte Berührungen von den Seiten. Unser Ziel ist nicht, die Nase zu „formen“, sondern das Ödem zu verteilen. Manche Chirurginnen und Chirurgen empfehlen gar keine Massage, andere sehen sie als Teil der Nachbehandlung. Daher sollten Sie nicht nach dem Rat von Nachbarn oder Freunden handeln, sondern ausschließlich nach der Empfehlung Ihrer eigenen Ärztin bzw. Ihres eigenen Arztes.
Mögliche Vorteile der Massage sind:
- Schnelleres Abklingen des Ödems
- Hautadaptation
- Weichwerden von Narbengewebe
- Verbesserte Durchblutung
- Psychische Entlastung
Ist eine Stupsnase-Ästhetik bei Patientinnen und Patienten mit dicker Haut schwieriger?
In der Rhinoplastik ist die „Haut“ zugleich Freund und Feind der Chirurgie. Dünne Haut spiegelt jede millimetergenaue Arbeit, jedes Detail und jede Schönheit nach außen – verzeiht aber auch den kleinsten Fehler nicht und zeigt ihn sofort. Dicke Haut ist das Gegenteil: Sie kaschiert kleine Fehler und Unebenheiten hervorragend. Wenn es jedoch um eine „angehobene und elegante“ Nasenspitze geht, wird dicke Haut für uns zu einer anspruchsvollen Herausforderung.
Man kann dicke Haut wie eine schwere Decke betrachten, die das darunterliegende Knorpelgerüst nach unten drückt. Egal wie fein und angehoben wir die Knorpel darunter formen, die dicke Haut neigt dazu, diese Details zu überdecken und die Nase nach unten zu drücken. Bei dickhäutigen Patientinnen und Patienten erfordert das Anheben der Nasenspitze (Rotation) daher ein deutlich stärkeres Gerüst. Wir brauchen wesentlich robustere Knorpelstützen (Grafts), um diese schwere Haut zu tragen und ein Absinken im Laufe der Zeit zu verhindern.
Auch der Heilungsverlauf ist bei diesen Patientinnen und Patienten länger. Das Ödem geht deutlich später zurück, und es kann 1–2 Jahre dauern, bis das grobe Erscheinungsbild verschwindet und die Nase feiner wirkt. Deshalb erklären wir dickhäutigen Patientinnen und Patienten in den Vorgesprächen immer, dass sie ihre Erwartungen gut steuern, geduldig sein müssen und dass der Wunsch nach einer „extrem feinen, winzigen“ Nasenspitze möglicherweise nicht realistisch ist.
Strategien, die wir im Umgang mit dicker Haut anwenden, sind:
- Starkes Knorpelgerüst
- Subdermale Ausdünnung
- Steroid-Injektionen
- Langfristiges Tapen
- Aggressive Projektionstütze
Ist es möglich, bei Revisionseingriffen eine Stupsnase zu erreichen?
Bei Patientinnen und Patienten, die bereits eine Nasenoperation hinter sich haben, deren Nase jedoch abgesunken ist, deren Form sich verschlechtert hat oder bei denen sie nie richtig angehoben wurde, ist die Situation komplexer als bei einer ersten (primären) Operation. Die Revisionschirurgie ist wie das Öffnen einer Kiste voller Unbekannter. Wie viel Knorpel innen noch vorhanden ist, wie stark die Gewebe verklebt sind (Fibrose) und wie die Durchblutung ist, können wir oft erst während der Operation beurteilen.
Trotzdem ist es definitiv möglich, auch bei Revisionseingriffen eine Stupsnase zu erreichen. Das größte Problem ist hier jedoch meist ein „Materialmangel“. In der ersten Operation könnten die Knorpel im Inneren der Nase (Septum) bereits verwendet oder entnommen worden sein. Um stabile Stützen aufzubauen, die die Nasenspitze anheben und in dieser Position halten, benötigen wir Knorpel.
In solchen Fällen greifen wir häufig auf Ohrknorpel zurück oder – wenn eine noch stärkere Stütze erforderlich ist – auf Rippenknorpel. Besonders Rippenknorpel ist in Revisionsfällen oft lebensrettend, weil er uns viel, gerades und stabiles Material liefert. Damit können wir eine eingesunkene, abgesunkene Nase neu aufbauen und die gewünschte Anhebung dauerhaft erreichen. Der Heilungsverlauf kann bei Revisionspatientinnen und -patienten etwas länger sein, und aufgrund der Gewebequalität kann das angestrebte Maß an „Perfektion“ im Vergleich zur ersten Operation etwas begrenzter sein.
Herausforderungen der Revisionschirurgie sind:
- Vorhandensein von Narbengewebe
- Geringe Knorpelreserven
- Verlust der Hautelastizität
- Gestörter anatomischer Plan
- Empfindliche Durchblutung
Häufig gestellte Fragen
Bei wem kommt eine Stupsnase genetisch häufiger vor?
Eine Stupsnase kommt genetisch häufiger bei Personen nordeuropäischer Herkunft vor. Die kurze Nase und die nach oben gedrehte Spitze können in manchen Familien erblich über Generationen weitergegeben werden.
Ist eine Stupsnase aus ästhetischer Sicht vorteilhaft?
Ästhetisch wird eine Stupsnase von vielen bevorzugt, weil sie das Gesicht jung und dynamisch wirken lässt. Da eine übermäßige Anhebung jedoch unnatürlich wirken kann, ist das Verhältnis von großer Bedeutung.
Kann eine Stupsnase später entstehen?
Ja, nach manchen Nasenoperationen kann eine Stupsnase entstehen, wenn die Nasenspitze zu stark angehoben wurde. Dies wird in der Regel als unerwünschtes Ergebnis bewertet.
Verursacht eine Stupsnase Atemprobleme?
Allein die Struktur einer Stupsnase beeinträchtigt die Atmung in der Regel nicht. Wenn jedoch im Inneren der Nase Engstellen oder eine Septumverkrümmung bestehen, können Atembeschwerden entstehen.
Kann eine Stupsnase ästhetisch korrigiert werden?
Wenn die Stupsnase zu stark nach oben ausgerichtet ist, kann durch eine Revisionsrhinoplastik die Nasenspitze neu geformt und ein natürlicherer Winkel erzielt werden. Dies erfordert eine sorgfältige chirurgische Planung.
Worauf wird bei einer Stupsnase-Operation geachtet?
Die Chirurgin bzw. der Chirurg sollte den Winkel der Nasenspitze und die Nasenlänge so planen, dass sie proportional zum Gesicht sind. Eine übermäßige Anhebung oder ein Absinken kann die Gesichtsästhetik negativ beeinflussen.
Wie ist der Heilungsverlauf nach einer Stupsnase-Ästhetik?
Schwellungen und Blutergüsse gehen in den ersten 1–2 Wochen deutlich zurück. Bis die Nasenspitze ihre endgültige Form annimmt, vergehen in der Regel 6 bis 12 Monate.
Wie wird eine Stupsnase mit einem natürlichen Aussehen ausbalanciert?
Ein Winkel von durchschnittlich 95–105 Grad zwischen Nasenspitze und Lippe sorgt für ein natürliches Erscheinungsbild. Die Chirurgin bzw. der Chirurg passt diesen Winkel entsprechend den Gesichtsproportionen an, um ein ausgewogenes Ergebnis zu erzielen.
Wie wird eine Stupsnase psychologisch wahrgenommen?
Eine Stupsnase kann einen energiegeladenen, jungen und sympathischen Gesichtsausdruck erzeugen. Diese Wahrnehmung ist zwar individuell, doch der Beitrag der Nase zum Gesichtsausdruck ist ein wichtiger Faktor in der ästhetischen Planung.
Wird eine Stupsnase bei Männern und Frauen unterschiedlich bewertet?
Ja, während bei Frauen eine stärker angehobene Nasenspitze ästhetisch oft positiv bewertet wird, wird bei Männern eine geradere und markantere Nasenspitze bevorzugt. Dieser Unterschied muss bei einer geschlechtsspezifischen ästhetischen Planung unbedingt berücksichtigt werden.













