Was ist Nasenbluten und wie kann es gestoppt werden?

Nasenbluten ist ein Zustand, der in der medizinischen Fachsprache als „Epistaxis“ bezeichnet wird und dadurch entsteht, dass Blutgefäße an der inneren Oberfläche der Nase aus verschiedenen Gründen geschädigt werden. Das Innere unserer Nase, insbesondere der Bereich unmittelbar am Eingang der Nasenlöcher, ist gewissermaßen von einem Gefäßnetz überzogen. Diese Gefäße sind sowohl zahlreich als auch sehr oberflächennah gelegen. Man kann sie sich wie Blutgefäße unter einem dünnen Blatt Papier vorstellen – selbst das kleinste Trauma kann leicht eine Blutung auslösen.

Wenn Nasenbluten auftritt, begegnet man in der Regel einem der folgenden Szenarien: Das Blut kann tropfenweise aus einem Nasenloch fließen, gleichzeitig aus beiden Nasenlöchern austreten oder auf unauffälligere Weise in den hinteren Rachenraum hinablaufen und beim Schlucken einen metallischen Geschmack verursachen. Die Blutungsmenge kann von wenigen Tropfen bis zu einem starken Blutfluss reichen, der ein Glas füllen könnte. Diese Schwankung hängt sowohl von der Größe des Gefäßes ab, aus dem die Blutung stammt, als auch von der zugrunde liegenden Ursache.

Warum tritt Nasenbluten so häufig auf?

Der innere Aufbau unserer Nase ist tatsächlich ein außergewöhnliches technisches Meisterwerk. Er ermöglicht uns nicht nur, Gerüche in unserer Umgebung wahrzunehmen, sondern sorgt gleichzeitig dafür, dass die kalte, verschmutzte und trockene Luft, die wir von außen in unsere Lungen einatmen, innerhalb weniger Sekunden erwärmt, befeuchtet und von unsichtbaren Partikeln gereinigt wird. Damit die Nase diese anspruchsvolle und kontinuierliche Klimatisierungsaufgabe einwandfrei erfüllen kann, benötigt sie sehr viel Energie und somit auch eine äußerst intensive Blutversorgung.

Um diesen Bedarf zu decken, befindet sich unmittelbar unter der Schleimhautschicht, die das Naseninnere auskleidet, ein außergewöhnlich dichtes und komplexes Netz aus Kapillargefäßen. Damit diese Gefäße ihre Aufgabe erfüllen können, liegen sie sehr nahe an der Oberfläche. Da die Nase ständig in direktem Kontakt mit der Außenwelt, Wind, trockener Luft und körperlicher Berührung steht, werden diese dünnwandigen und oberflächennahen Gefäße gegenüber sämtlichen äußeren Einflüssen äußerst empfindlich und verletzlich. Bereits bei einem kleinen Trauma oder Feuchtigkeitsverlust können sie leicht reißen und eine Blutung auslösen.

Welche Unterschiede bestehen zwischen vorderem und hinterem Nasenbluten?

Nasenbluten wird abhängig von der Region, aus der das Blut stammt, grundsätzlich in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt. Diese Unterscheidung ist der wichtigste Faktor für die Beurteilung der Schwere des Zustands und die Auswahl der anzuwendenden Behandlungsmethode.

Blutungen, die aus dem vorderen Bereich der Nase stammen, werden in der Medizin als anteriore Blutungen bezeichnet. Fast alle Fälle gehören zu dieser Gruppe. Im vorderen und unteren Bereich der Nasenscheidewand befindet sich ein besonderes Gefäßnetz, in dem vier verschiedene Arterien zusammentreffen. Da dieser Bereich die erste Stelle ist, auf die die durch die Nasenlöcher eintretende Luft trifft, neigt er stark zum Austrocknen und Einreißen. Solche Blutungen lassen sich in der Regel leicht stoppen und stellen keine Lebensgefahr dar.

Hintere Blutungen entstehen hingegen in wesentlich tieferen Bereichen der Nasenhöhle, nahe dem Nasenrachenraum. Die Gefäße in diesem Bereich besitzen einen wesentlich größeren Durchmesser und das darin fließende Blut steht unter deutlich höherem Druck. Daher sind hintere Blutungen wesentlich stärker. Das Blut fließt nicht aus den Nasenlöchern nach außen, sondern direkt in den hinteren Rachenraum. Sie treten überwiegend bei älteren Menschen auf und erfordern unbedingt die Behandlung durch einen Facharzt.

Welche Faktoren verursachen vorderes Nasenbluten?

Es gibt zahlreiche lokale Faktoren, die die Unversehrtheit des empfindlichen Gefäßnetzes im vorderen Nasenbereich beeinträchtigen und Blutungen verursachen können.

Zu den lokalen Faktoren gehören:

  • Trockene Luft
  • Nasebohren
  • Heftiges Schnäuzen
  • Infektionen der oberen Atemwege
  • Allergische Rhinitis
  • Gesichtsverletzungen
  • Nasenscheidewandverkrümmung
  • Fremdkörper
  • Chemische Reizstoffe

Es ist hilfreich, etwas genauer zu betrachten, wie diese Faktoren die Nase beeinflussen. Trockene Luft entsteht insbesondere in den Wintermonaten dadurch, dass Heizsysteme in Innenräumen der Umgebung Feuchtigkeit entziehen. Die Schleimhaut verliert ihre Feuchtigkeit, trocknet aus, bildet Krusten und verliert ihre Elastizität. Diese Krusten können selbst bei kleinsten mimischen Bewegungen die darunterliegenden Kapillargefäße einreißen und Blutungen verursachen. Auch die bei Kindern sehr häufig beobachtete Gewohnheit des Nasebohrens führt zu einer mechanischen Verletzung der feinen Gefäße an dieser Oberfläche.

Während der Allergiesaison oder bei Infektionen wie einer Grippe schwellen die Gewebe im Naseninneren an und werden stärker durchblutet. Wiederholtes Niesen oder sehr kräftiges Schnäuzen zur Beseitigung der Nasenverstopfung kann in diesen Phasen dazu führen, dass die ohnehin gespannten Gefäße platzen. Darüber hinaus stören vorhandene Knorpelverkrümmungen in der Mitte der Nase den Luftstrom und erzeugen in bestimmten Bereichen Turbulenzen. Diese Turbulenzen trocknen die Schleimhaut örtlich stärker aus und schaffen an diesen Stellen die Grundlage für chronische, immer wiederkehrende Blutungen.

Mit welchen systemischen Erkrankungen steht hinteres Nasenbluten in Zusammenhang?

Erkrankungen, die den allgemeinen Kreislauf, die Gefäßstruktur oder das Gleichgewicht der Blutgerinnung beeinträchtigen, können insbesondere Blutungen aus den größeren Gefäßen im hinteren Nasenbereich verursachen.

Zu den systemischen Faktoren gehören:

  • Bluthochdruck
  • Blutverdünnende Medikamente
  • Arteriosklerose
  • Niedrige Thrombozytenzahl
  • Hämophilie
  • Leberversagen
  • Nierenversagen

Bluthochdruck übt von innen dauerhaft einen hohen Druck auf die Gefäßwände aus. Ein plötzlicher Blutdruckanstieg bringt zwar kein gesundes Gefäß zum Platzen, kann jedoch eine Blutung aus einem bereits geschwächten oder leicht geschädigten Gefäß auslösen. Noch wichtiger ist, dass der hohe Druck die Blutgerinnung an dieser Stelle mechanisch behindert und es dadurch äußerst schwierig macht, die Blutung zu stoppen.

Auch blutverdünnende Medikamente, die zum Schutz der Herz- und Gefäßgesundheit eingesetzt werden, verlängern den natürlichen Gerinnungsprozess des Blutes. Bei Menschen, die diese Medikamente einnehmen, kann sich eine kleine Blutung, die normalerweise innerhalb von Sekunden zum Stillstand kommen würde, zu einer stundenlangen, nicht enden wollenden Blutung entwickeln. Mit zunehmendem Alter verlieren die Gefäße außerdem ihre Elastizität und verhärten, wodurch ihre Fähigkeit, sich zusammenzuziehen und die Blutung zu stoppen, verloren geht.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten bei Nasenbluten zu Hause durchgeführt werden?

Der größte Fehler beim Beginn einer Blutung besteht darin, in Panik zu geraten. Panik beschleunigt den Herzschlag, erhöht den Blutdruck und verstärkt die Blutung zusätzlich. Ruhe zu bewahren und die richtigen Schritte nacheinander auszuführen, reicht häufig aus, um das Problem zu Hause zu lösen.

Die Erste-Hilfe-Schritte sind:

  • Aufrecht sitzen
  • Den Kopf nach vorne neigen
  • Die Nasenflügel zusammendrücken
  • Durch den Mund atmen
  • Eine kalte Kompresse auflegen

In der Gesellschaft gibt es eine weit verbreitete, jedoch äußerst falsche und gefährliche Gewohnheit: den Kopf nach hinten zu legen. Wird der Kopf nach hinten geneigt, hört die Blutung keinesfalls auf. Das Blut ändert lediglich seine Fließrichtung und läuft in den Nasenrachenraum und den Rachen. Verschlucktes Blut reizt den Magen stark und kann heftige Übelkeit und Erbrechen verursachen. Noch gefährlicher ist das Risiko, dass Blut in die Luftröhre gelangt und die Lunge erreicht. Daher sollte der Kopf immer leicht nach vorne geneigt werden.

Ein weiterer Fehler bei der Druckausübung besteht darin, den harten Knochen im oberen Bereich der Nase zusammenzudrücken. Das Drücken auf den Knochen hat keinerlei Wirkung auf die blutenden Gefäße. Der Druck muss kräftig von beiden Seiten auf die weichen knorpeligen Nasenflügel im unteren Nasenbereich ausgeübt werden, ähnlich wie beim Zusammendrücken mit einer Wäscheklammer. Dieser Druck sollte mindestens zehn Minuten lang ohne Unterbrechung aufrechterhalten werden. Werden die Finger ständig gelockert, um zu kontrollieren, ob die Blutung aufgehört hat, wird das gerade entstehende Gerinnsel zerstört und der Prozess beginnt von vorn. Währenddessen kann das Auflegen von Eis auf den Nasenrücken, die Wangenknochen oder den Nacken aufgrund der gefäßverengenden Wirkung der Kälte dazu beitragen, den Blutfluss zu verlangsamen.

Wann sollte bei Nasenbluten eine Notaufnahme aufgesucht werden?

In den meisten Fällen kann die Blutung durch eine korrekt ausgeführte Druckmethode innerhalb von fünfzehn bis zwanzig Minuten vollständig kontrolliert werden. Bestimmte Warnzeichen weisen jedoch darauf hin, dass der Zustand zu ernst ist, um zu Hause behandelt zu werden, und eine professionelle Beurteilung erforderlich ist.

Zu den Notfallzeichen gehören:

  • Langanhaltende Blutung
  • Gefühl eines starken Blutverlusts
  • Schwindel
  • Atemnot
  • Schwarzwerden vor den Augen
  • Kontinuierlicher Blutfluss in den Nasenrachenraum
  • Blutergüsse am Körper
  • Zahnfleischbluten
  • Blut im Urin
  • Schwere Gesichtsverletzung

Bei aktiven Blutungen, die trotz Druckausübung länger als zwanzig Minuten anhalten, sollte nicht weiter abgewartet werden. Besonders wenn beim Patienten infolge des Blutverlusts Symptome wie kalter Schweiß, starke Schwäche, Herzklopfen oder die Unfähigkeit zu stehen auftreten, ist jeder Zeitverlust gefährlich. Wenn beim Patienten außerdem eine bekannte Gerinnungsstörung vorliegt oder starke blutverdünnende Medikamente eingenommen werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Blutung zu Hause zum Stillstand kommt, sehr gering. Bei Blutungen nach einem heftigen Schlag gegen das Gesicht, einem Sturz oder einem Verkehrsunfall sind medizinische Bildgebung und Behandlung zwingend erforderlich, da eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen zugrunde liegenden Knochenbruch besteht.

Wie wird Nasenbluten in der Klinik diagnostiziert?

Bei einem Patienten, der sich in einer Notaufnahme oder bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt vorstellt, besteht das vorrangige Ziel darin, seinen Allgemeinzustand abzusichern. Blutdruck und Puls werden gemessen. Liegt ein starker Blutverlust vor, wird ein intravenöser Zugang gelegt und die verlorene Flüssigkeit ersetzt. Nachdem der Zustand des Patienten stabilisiert wurde, beginnt eine detaillierte Untersuchung, um die Blutungsquelle zu finden.

Zunächst wird das Naseninnere mit speziellen Instrumenten erweitert und unter starkem Licht untersucht. Blutgerinnsel im Naseninneren werden vorsichtig mit speziellen Absauggeräten entfernt. Denn um das tatsächlich blutende Gefäß sehen zu können, muss dieser Bereich vollständig gereinigt sein. Befindet sich die Blutung nicht im vorderen Bereich oder lässt sich ihre Quelle nicht eindeutig erkennen, wird eine endoskopische Untersuchung durchgeführt. Mithilfe von Endoskopen, dünnen länglichen Instrumenten mit Kamera, können selbst die entlegensten Bereiche der Nasenhöhle, der Nasenrachenraum und die hinteren Abschnitte detailliert auf einem Monitor untersucht werden. Dadurch können tief verborgene Blutungen, gutartige oder bösartige Raumforderungen sowie strukturelle Störungen eindeutig erkannt werden. Falls erforderlich, werden Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Blutbildes und der Gerinnungswerte angeordnet.

Welche medizinischen Verfahren werden bei anhaltendem Nasenbluten angewendet?

Nachdem Ort und Stärke der Blutung festgestellt wurden, kommen in der Klinik verschiedene Methoden zum Einsatz, um das blutende Gefäß zu verschließen und abzudichten. Die Auswahl dieser Methoden richtet sich vollständig nach der Art der Blutung.

Zu den Behandlungsmethoden gehören:

  • Chemische Kauterisation
  • Elektrokauterisation
  • Vordere Nasentamponade
  • Hintere Nasentamponade
  • Resorbierbare Tamponaden

Wenn der Arzt die genaue Stelle des blutenden Kapillargefäßes eindeutig erkennen kann, ist die Kauterisation, also das Veröden, die wirksamste und schnellste Methode. Dieses Verfahren wird in der Regel mit speziellen Stäbchen durchgeführt, deren Spitze Silbernitrat enthält. Nachdem das Naseninnere betäubt wurde, wird dieses Stäbchen für einige Sekunden auf die blutende Stelle aufgesetzt. Die Substanz reagiert mit dem Blut, bildet dort einen chemischen Verschluss und verschließt das Gefäß sofort. Bei größeren Blutungen werden die Gefäßenden mithilfe elektrischer Energie durch Wärme koaguliert und verschlossen.

Ist das Blutungsgebiet sehr groß, wird davon ausgegangen, dass eine Kauterisation nicht ausreicht, oder lässt sich die genaue Blutungsquelle nicht feststellen, wird eine Tamponade in die Nase eingelegt. Anstelle der früher verwendeten langen Gazestreifen, deren Entfernung sehr schmerzhaft war, kommen heute weiche Schwämme zum Einsatz, die sich nach dem Einlegen durch den Kontakt mit Flüssigkeit ausdehnen, oder Silikonballons, die mit Luft aufgeblasen werden. Diese Tamponaden üben von innen einen starken mechanischen Druck auf die Gefäße aus und stoppen dadurch die Blutung. Resorbierbare Tamponaden, deren Verwendung in den letzten Jahren stark zugenommen hat, besitzen eine watteähnliche Struktur. Sie werden auf die blutende Stelle gelegt und lösen sich im Laufe der Zeit durch Körperflüssigkeiten auf, ohne dass sie herausgezogen werden müssen. Dadurch wird das Risiko vollständig beseitigt, dass sich die Wunde beim Entfernen der Tamponade erneut öffnet.

Welche chirurgischen Methoden werden bei hartnäckigem und starkem Nasenbluten angewendet?

Wenn die Blutung des Patienten trotz Tamponade weiterhin anhält oder sofort nach dem Entfernen der Tamponade in gleicher Stärke erneut beginnt, müssen fortgeschrittenere chirurgische oder interventionelle Methoden angewendet werden, um das Problem an seiner Ursache zu beheben.

Zu den fortgeschrittenen Methoden gehören:

  • Endoskopische Arterienligatur
  • Angiografische Embolisation
  • Offene chirurgische Gefäßligatur

In der modernen Medizin ist die endoskopische Gefäßligatur die am häufigsten angewendete Methode bei hartnäckigem hinterem Nasenbluten. Unter Vollnarkose wird mithilfe von Kameras die hinterste Wand der Nasenhöhle erreicht. Anschließend wird die Stelle identifiziert, an der die für die Blutung verantwortliche Hauptarterie aus dem Knochen austritt. Dieses Gefäß wird mit speziellen Titanclips zusammengedrückt und verschlossen. Dies ist vergleichbar mit dem Schließen des Hauptventils, um den Wasserfluss aus einem geplatzten Rohr zu stoppen. Dieses Verfahren ist eine äußerst komfortable chirurgische Lösung mit sehr hoher Erfolgsrate, die dem Patienten erspart, tagelang mit unangenehmen Tamponaden in der Nase liegen zu müssen.

Ist der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten so riskant, dass eine Operation nicht möglich ist, kann durch interventionelle Radiologen eine Embolisation durchgeführt werden. Dabei werden sehr dünne Drähte über ein Gefäß in der Leiste eingeführt, bis in die Gefäße vorgeschoben, die die Nase versorgen, und spezielle verschließende Substanzen in diese Gefäße eingebracht.

Ist Nasenbluten nach einer ästhetischen Nasenoperation (Rhinoplastik) zu erwarten?

Ästhetische oder funktionelle Nasenoperationen sind Eingriffe, bei denen die Knorpel-, Knochen- und Schleimhautstrukturen der Nase direkt geformt werden. Da diese Gewebe naturgemäß behandelt werden, gilt ein gewisses Maß an Flüssigkeitsaustritt nach der Operation als völlig normal.

In der modernen ästhetischen Chirurgie werden heute äußerst gewebeschonende, sogenannte atraumatische Methoden eingesetzt. Bei Eingriffen an Knochen und Knorpel wird unterhalb der wichtigsten Gewebeschichten gearbeitet, die diese Strukturen mit Blut versorgen. Dadurch bleiben die Gefäßnetze erhalten, während der Operation tritt nahezu keine Blutung auf und die Bildung von Blutergüssen wird anschließend auf ein Minimum reduziert. Zusätzlich halten gefäßverengende Substanzen in den während der Operation angewendeten Medikamenten das Operationsgebiet weitgehend blutungsfrei.

In den ersten ein bis zwei Tagen nach der Operation ist ein wässriger, hellrosa oder sehr hellroter Ausfluss aus den Nasenlöchern zu erwarten, der mit Tränenflüssigkeit und Nasensekret vermischt ist. Dabei handelt es sich nicht um eine aktive Blutung, sondern um eine leichte Sekretabsonderung während der Heilung des Gewebes. Wird dieser Ausfluss jedoch dunkel und leuchtend rot und beginnt tropfenweise sowie kontinuierlich zu fließen, ist dies ein Hinweis auf eine Blutung. Die am Ende der Operation in die Nase eingesetzten gerillten Silikonschienen, die das Atmen ermöglichen, spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Verhinderung schwerer Blutungen, da sie die Nasenscheidewand stützen und gleichzeitig einen leichten, gleichmäßigen Druck auf die Schleimhaut ausüben. In dieser Phase helfen auch eine erhöhte Lagerung des Kopfes und die Anwendung von Eis dabei, Flüssigkeitsaustritte unter Kontrolle zu halten.

Wie beeinflusst eine Nasenscheidewandverkrümmung das Problem des Nasenblutens?

Die in der Bevölkerung sehr häufig vorkommenden Verkrümmungen der Nasenscheidewand sind nicht nur eine Ursache für Nasenbluten, sondern stellen bei häufig wiederkehrenden Blutungen auch ein strukturelles Problem dar, das unbedingt chirurgisch korrigiert werden sollte.

Diese Verkrümmung in der Mitte der Nase verengt den Luftkanal in diesem Bereich. Die Luft, die sich normalerweise über einen breiten Bereich verteilen und langsam strömen sollte, muss diese enge Stelle mit sehr hoher Geschwindigkeit und unter Bildung von Turbulenzen passieren. Dieser schnelle und unregelmäßige Luftstrom trocknet die Schleimhaut, auf die er trifft, kontinuierlich aus. Im ausgetrockneten Bereich entstehen Krusten. Wenn der Patient versucht, diese Krusten zu entfernen, reißen die darunterliegenden Gefäße ein. Dieser Kreislauf setzt sich ständig fort. Bei diesen Patienten bietet das bloße Stoppen der Blutung keine dauerhafte Lösung. Die eigentliche Lösung besteht darin, die Knorpelverkrümmung durch eine Operation zu korrigieren und den Luftkanal im Inneren der Nase wieder gleichmäßig und gerade zu gestalten. Wenn sich der Luftstrom normalisiert, erhält die Schleimhaut ihre natürliche Feuchtigkeit zurück, die Krustenbildung endet und das Blutungsproblem wird dauerhaft beseitigt.

Kann eine Vergrößerung der Nasenmuscheln Nasenbluten verursachen?

Die an den Seitenwänden der Nasenhöhle gelegenen Nasenmuscheln, die für die Erwärmung der Luft verantwortlich sind, können bei manchen Menschen aufgrund von Allergien, Luftverschmutzung oder genetischer Veranlagung deutlich stärker als normal wachsen und anschwellen.

Das Innere dieser Gewebe ist vollständig von einem schwammartigen Gefäßnetz durchzogen. Wenn die Nasenmuscheln chronisch geschwollen sind, werden auch die darüberliegende Schleimhautschicht und die Kapillargefäße übermäßig gespannt. Diese gespannte Struktur wird ähnlich wie die Hülle eines stark aufgeblasenen Ballons dünner und kann bereits bei kleinsten Druckveränderungen oder Berührungen leicht bluten. Die heute am häufigsten bevorzugte Behandlungsmethode ist die Radiofrequenzenergie. Diese in die Nasenmuschel abgegebene Energie erwärmt und verkleinert das innere Gefäßbett, ohne die Schleimhautoberfläche zu beschädigen. Das Gewebe schrumpft von innen. Da kein Schnitt vorgenommen wird, treten weder während noch nach dem Eingriff Blutungen auf. Weil sich das Gefäßnetz verkleinert und die Spannung beseitigt wird, sinkt auch das Risiko für späteres Nasenbluten erheblich.

Worauf sollte während der Heilungsphase nach einer Behandlung von Nasenbluten geachtet werden?

Unabhängig davon, ob es sich um eine einfache zu Hause gestoppte Blutung oder um eine schwere, in der Klinik verödete oder operativ behandelte Blutung handelt, benötigt das geschädigte Gefäß eine gewisse Zeit, um vollständig zu heilen. Kleine Veränderungen im Lebensstil des Patienten sind in dieser Phase von entscheidender Bedeutung, um ein erneutes Auftreten der Blutung zu verhindern.

Während der Heilungsphase sollte auf Folgendes geachtet werden:

  • Das Naseninnere befeuchten
  • Meerwasserspray verwenden
  • Feuchtigkeitsspendende Salben auftragen
  • Nicht kräftig schnäuzen
  • Nicht in der Nase bohren
  • Schwere körperliche Belastung vermeiden
  • Keine heißen Duschen nehmen
  • Keine heißen Getränke konsumieren
  • Pressen vermeiden
  • Blutverdünnende Mittel vermeiden

Die ersten Wochen nach der Behandlung sind äußerst wichtig. Die im Inneren entstandenen schützenden Blutgerinnsel und Krusten müssen an ihrem Platz verbleiben. Daher darf die Nase keinesfalls kräftig geschnäuzt werden. Wenn eine Reinigung erforderlich ist, sollte sie lediglich durch vorsichtiges Einziehen von Wasser über dem Waschbecken erfolgen. Der wichtigste Punkt besteht darin, ein Austrocknen der Schleimhaut zu verhindern. Hierfür sollten über den Tag verteilt regelmäßig Kochsalzsprays und Salben verwendet werden, die im Naseninneren eine schützende Barriere bilden.

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Aktualisierungsdatum: 28 July 2026

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